Pentax K-1 II: Sie bekommen das gleiche!
23.02.2018

Pentax K-1 Mark II: Sie bekommen das gleiche!

Das gleiche wettergeschützte Gehäuse, dasselbe Gewicht, der gleiche 36.4-MP-Sensor ohne Tiefpassfilter, das gleiche bewegliche 3.2-Zoll-Rückdisplay (mit derselben Auflösung), das gleiche Autofokus-Modul, dieselbe Geschwindigkeit und Speicherkapazität bei der Serien­aufnahme, dieselbe Video-Qualität... Bekommt man mit dem Kauf der neuen Pentax K-1 Mark II die gleiche Kamera wie vor zwei Jahren?
Pentax K-1 Mark II

Bildquelle: ricoh-imaging.de

Zugegebenermaßen ist der Titel dieses Beitrags etwas reißerisch gewählt. Warum? Weil die im Titel verwendete Aussage stimmt — mit dem Kauf der neuen Pentax K–1 Mark II bekommen Sie die gleiche Kamera wie vor zwei Jahren. Gemeint ist natürlich die Pentax K-1, die sich von dem neuen Model technisch — oder vielleicht besser mechanisch — um absolut nichts unter­scheidet. Das gleiche wettergeschützte Gehäuse, dasselbe Gewicht, der gleiche 36.4-MP-Sensor ohne Tiefpassfilter, der gleiche Pentaprismen-Sucher, das gleiche bewegliche 3.2-Zoll-Rückdisplay (mit dersel­ben Auflösung), das gleiche Autofokus-Modul, dieselbe Gesch­win­digkeit und Speicherkapazität bei der Serienaufnahme, dieselbe Video-Qualität, die gleichen Anschlussmöglichkeiten, eingebauten Geräte (WiFi, GPS), zwei Speicherkartensteckplätze… STOP! Bis hierhin angekommen, haben wir nun doch einen Unterschied gefunden — einen sehr merkwürdigen Unterschied. Während die alte Pentax K–1 noch imstande war, 750 Bilder mit einer Akkuladung zu schießen, verringert sich diese Zahl bei der K–1 Mark II auf 670 Aufnahmen. Was zum Teufel geht hier vor?

Die Sache ist einfach. Natürlich haben wir bis hierhin geschummelt und Ihnen das wichtigste verschwiegen: nämlich dass es in der Pentax K–1 Mark II doch eine wesentliche Neuerung gibt, die ganz elektronischer Natur ist. Die Hauptplatine wurde ausgetauscht und der Bildprozessor erhielt eine „Beschleuniger-Einheit“, die für mehr Rechenpower sorgt. Diese zusätzliche Rechenleistung wird vor allem dazu verwendet, um die Rauschreduzierung und die Farbwiedergabe auf ein neues Niveau zu heben und so für eine noch bessere Bildqualität zu sorgen. Eine weitere Verbesserung betrifft die Pixel-Shift-Funktion, bei der vier Bilder kameraintern zu einem einzigen Bild mit außergewöhnlicher Bildqualität zusammengefügt werden. Konnte diese Funktion bei der Pentax K–1 nur mit einer auf dem Stativ befestigten Kamera sinnvoll verwendet werden, so ermöglicht das Software-Upgrade nun die Verwendung der Pixel-Shift-Funktion auch bei Freihand-Aufnahmen. Laut Ricoh Imaging sollen dabei immerhin 70 % der Bildqualität im Vergleich zu den vom Stativ gemachten Aufnahmen erreicht werden. Schließlich soll mit der neuen Elektronik auch die Leistungsfähigkeit des (alten) Autofokus-Moduls verbessert werden. Sowohl die Fokussiergeschwindigkeit als auch die Genauigkeit der Fokussierung werden dabei positiv beeinflusst.

Ist die neue K–1 Mark II also doch nicht die gleiche Kamera wie ihre Vorgängerin? Entscheiden Sie selbst. Wenn wir am Anfang dieses Beitrags geschummelt haben, um bei Ihnen den Eindruck zu erwecken, bei der Mark II handele es sich um absolut gleiche Pentax K–1 wie vor zwei Jahren, so schummelt vielleicht auch der Hersteller, um bei uns allen den Eindruck zu erwecken, die Mark II wäre eine neue Kamera, die nur genauso wie die alte K–1 aussieht?  

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