Fünf Canons für Einsteiger. Vergleich der 200D, 750D, 760D, 800D und 1300D.
15.02.2018

Fünf Canons für Einsteiger. Vergleich der 200D, 750D, 760D, 800D und 1300D.

In puncto Spiegelreflexkameras für Einsteiger hat Canon einiges zu bieten. Allein in den letzten drei Jahren kamen aus dem Hause Canon fünf neue Einsteiger-DSLRs heraus. 2015 kamen die Modelle 750D und 760D, ein Jahr später erschien die Canon 1300D und im Jahr 2017 brachte Canon die 200D und die 800D auf den Markt. Preislich gibt es bei den fünf Modellen durchaus Unterschiede. Die mit Abstand günstigste Canon-DSLR für Einsteiger ist die Canon EOS 1300D, gefolgt von den Modellen 200D und 750D, beide preislich vergleichbar. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss man für die Canon EOS 800D und 760D. Woran unterscheiden sich die Einsteigermodelle technisch voneinander und was rechtfertigt die teilweise doch erhebliche Preisdifferenz?
Canon EOS 1300D
Alle fünf Kameras besitzen Kunststoffgehäuse, bei den Modellen 750D, 760D und 800D ist das Gehäuse mit einem Aluminium-Rahmen verstärkt. Die kleinste Kamera im Feld ist die EOS 200D, alle anderen sind in etwa gleich groß und unterscheiden sich von der 200D um höchstens 1 cm in der Breite und um wenige Millimeter in Höhe und Tiefe. Die kleinste Kamera ist mit 453 g (incl. Akku und Speicherkarte) zugleich auch die leichteste. Die anderen Modelle wiegen ca. 80 g bis 100 g mehr, mit Ausnahme der 1300D, die nur 30 g mehr wiegt. Keine der fünf Kameras ist gegen Staub oder Feuchtigkeit abgedichtet, was man in dieser Preisklasse allerdings auch nicht unbedingt erwarten kann.

Die EOS 1300D ist die einzige Kamera mit einem 18-Megapixel-Sensor, alle anderen Einsteiger-Canons bieten 24,2 effektive Megapixel. Alle fünf Kameras, mit Ausnahme der 1300D, sind mit einem beweglichen 3-Zoll Touchscreen-LCD ausgestattet. Nur das Rückdisplay der 1300D ist fest eingebaut und zudem nicht berührungssensitiv. Die Sucher aller fünf Einstiegsmodelle decken 95 % des Bildfeldes ab, unterscheiden sich jedoch voneinander in der Größe. Dabei hat die kleinste Kamera (EOS 200D) den größten Sucher (reale Suchergröße 0.54), die Sucher der Modelle 750D, 760D und 800D sind gleich groß (0,51). Die EOS 1300D besitzt als günstigste Kamera auch den kleinsten Sucher (0,50), wobei man fairerweise sagen muss, dass der Unterschied zu den anderen Modellen minimal ausfällt.

Canon EOS 800D
Den besten Phasenerken­nungs-Autofokus mit 45 Kreuz­sensoren hat die Canon EOS 800D. Die Modelle 750D und die 760D besitzen dasselbe AF-Modul mit jeweils 19 Kreuz­sensoren. Schlusslichter in unserem Vergleich sind die EOS 200D und die EOS 1300D mit jeweils 9 Autofokuspunkten, wobei nur der mittlere AF-Sensor als Kreuzsensor arbeitet. Doch während die 750D, 760D und 1300D im Live-View-Modus mit Kontrast-Autofokus auskommen, nutzen die 200d und die 800D im Live View eine von Canon neu entwickelte Dual Pixel CMOS AF-Technologie. Dabei besitzen alle effektiven Pixel auf dem Bildsensor zwei getrennte Fotodioden, die für den Phasen-AF getrennt und zum Generieren der Bilddaten gemeinsam ausgelesen werden. Dies bringt klare Vorteile insbesondere bei der schnellen Schärfe-Nachführung beweglicher Motive und bei der Video-Aufnahme.

Mit einer Ausnahme sind alle Einsteiger-Canons imstande, Bildserien mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 Bilder pro Sekunde (bzw. 6 Bilder/s bei EOS 800D) zu schießen. Speichert man die Bilder nur in JPG-Format, ist die Seriengröße dabei nur durch die Kapazität der Speicherkarte begrenzt. Schlusslicht bleibt auch hier die Canon 1300D, die höchstens 15 JPG-Bilder mit einer Geschwindigkeit von 3 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann.

Canon EOS 750D
Alle Kameras im Vergleich sind mit einem internen Blitzgerät, einem WiFi-Modul und NFC ausgestattet. Die EOS 200D und die EOS 800D können zudem per Bluetooth verbunden werden. Alle Kameras, mit Ausnahme der 1300D, besitzen einen Mikrofon-Anschluss, jedoch hat keine der Kameras einen Kopfhörer-Anschluss.

Es zeigt sich schnell, dass nur eine Kamera aus unserem 5–er Vergleich negativ heraussticht. Wie so oft im Leben, ist die günstigste Alternative — die Canon EOS 1300D — auch die schwächste Kamera unter Canon-Einstiegsmodellen. Als einzige Kamera mit einem 18-MP-Sensor, einem fest verbauten Rückdisplay ohne Touch-Funktion und dem kleinsten Sucher hat sie zudem nur einen 9-Punkte-Autofokus, die langsamste Serienaufnahme und die wenigsten Verbindungs- und Anschlussmöglichkeiten.

Canon EOS 760D
Die beiden Canons 750D und 760D sind technisch absolut gleich und besitzen den selben Bildsensor. Der größte Unterschied zwischen den beiden Modellen besteht in einem zusätzlichen „Schulterdisplay“ in der 760D, das der 750D fehlt. Auf diesem Display werden die wichtigsten, aktuell eingestellten Parameter für Belichtungszeit, Blendenöffnung, ISO-Zahl usw. angezeigt. Zudem besitzt die 760D ein zusätzliches, rückwärtig angebrachtes Wahlrad sowie eine im Sucher angezeigte elektronische Wasserwaage. Das Vorhandensein des Schulterdisplays, das sonst nur teureren Modellen vorbehalten ist, bringt die Canon 760D schon fast auf Mittelklasseniveau. Doch auch hier gilt natürlich der Grundsatz, dass alles seinen Preis hat — die EOS 760D ist die teuerste Kamera im Vergleich.

Auch die anderen zwei in diesem Beitrag verglichenen Kameras — die Canon EOS 200D und die 800D — unterscheiden sich technisch nicht sehr stark voneinander. Die 800D hat den klar besseren Autofokus, eine geringfügig höhere Serienbildgeschwindigkeit und einen mit Leitzahl 12 etwas stärkeren internen Blitz (der eingebaute Blitz der EOS 200D hat die Leitzahl 10). Dafür ist die 200D etwas kleiner und 80 g leichter. Sie hat einen größeren Sucher und eine etwas höhere Akkukapazität (650 Aufnahmen mit einer Akkuladung gegenüber von 600 Aufnahmen bei der EOS 800D).

Canon EOS 200D
Welches Canon-Modell aus unserem 5–er Vergleich ist nun die beste Kamera zum Einstieg in die Welt der digitalen Spiegelreflex-Fotographie? Unser Favorit ist die Canon EOS 200D. Die kleine, schicke Kamera überzeugt mit ihrer sehr guten Ausstattung und ausgezeichneten Bildqualität. Sie ist auch in Farbe weiß erhältlich, was vor allem für die Damen interessant sein dürfte. Wem die EOS 200D zu klein ist, sollte seinen Blick auf die preislich vergleichbaren 800D oder 750D werfen, wobei wir der 800D wegen des besseren Autofokussystems den Vorzug geben. Aufgrund ihrer Ausstattung stellt die Canon EOS 760D, wie bereits erwähnt, eher den Einstieg in die Mittelklasse dar. Genau aus diesem Grund müsste diese Kamera mit den anderen Mittelklassemodellen von Canon, etwa mit der 77D oder der 80D, verglichen werden, doch dies wäre bereits Thema für einen anderen Beitrag.  

© camspex.com
Bildquelle: Canon.de